Okay, they might be parasites, these blister beetles (Meloe spec.), but you have to give them some credit for preseverence and ingenuity!

Bild: Einer von mehreren Maiwürmern, die ich im April in der Uckermark getroffen habe.
Der Maiwurm gehört zur Familie der Ölkäfer (Gattung Meloe) und genießt als Brutparasit an Wildbienen unter Bienenfreunden einen eher zweifelhaften Ruf.
Ökologen dagegen sind entzückt, wenn ich ihnen von meinem Fund berichte. Für sie ist ein gesundes, kräftiges Maiwurmweibchen wie dieses ein gutes Zeichen. Wo Maiwürmer sind, da ist die Welt noch in Ordnung. Sozusagen.
Denn der Maiwurm hat, wie viele Parasiten, einen ziemlich heiklen Lebenszyklus. Dazu gehört neben den normalen Problemen von Fressen und Gefressenwerden vor allem der Transport ins Nest des Wirtes. Also: Eiablage am Boden, dann schlüpft die erste Larve, ein Triungulinus (Dreiklauer). Diese Triungulinus-Larve muss jetzt vom Boden auf eine Blüte krabbeln (und das Tier ist zu diesem Zeitpunkt nur ein paar Millimeter groß! Bezogen auf die durchschnittliche Primel, die um diese Jahreszeit blüht, sagen wir 10cm hoch, ist das, als müssten wir ein 30stöckiges Hochhaus raufklettern!). Oben wartet die Larve, bis eine Solitärbiene vorbeikommt – keine Honigbiene, keine Hummel, und auch sonst nichts, es muss eine Solitärbiene sein und am besten ein Weibchen. Für die meisten der zwei- bis dreitausend Larven aus einem Gelege ist die Reise hier zuende. Sie sitzen auf ihrer Blüte und warten vergeblich bis sie verhungern, gefressen werden oder runterfallen (und es dann nicht noch einmal hoch schaffen…).
Die wenigen, die eine Wildbiene erwischen, haben genau eine Chance. Der Flug ihres Lebens. Sie krallen sich mit ihren Klauenfüßen im Pelz der Biene fest und lassen sich in deren Brutnest tragen. Dort lassen sie sich in den Brutzellen „einmauern“, eine Larve pro Zelle, bereit für die nächste Phase. Sie fressen das Bienenei und den Nahrungsvorrat, der eigentlich für die Bienenlarve gedacht war, und durchlaufen drei weitere Larvenstadien bevor sie sich verpuppen.
Und wenn das alles gutgegangen ist und im Frühjahr frische Maiwürmer im Garten auftauchen, dann heißt das für die Ökologen: hier sind zumindest mal so viele Wildbienen vorhanden, dass sie diese verrückten Käfer auch noch mit durchziehen können. So kann man es auch sehen.

Bild: Metamorphose des Ölkäfers Epicauta vittata: A – Triungulinus-Stadium, B – 2. Stadium, C – 3. Stadium, D – Scheinpuppe, E – Puppe, F – Imago. (Nordisk familjebok, 1904–1926)
Bis vor Kurzem war der Maiwurm eine häufige Frühlingsart, aber in den letzten Jahren hat die Zahl der Maiwürmer in Deutschland rapide abgenommen, vor allem wohl durch den Einsatz von Kunstdünger und Insektiziden, die die Wirtsarten vernichten. (Quelle: Jiri Zahradnik: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas; Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin, 1985)
A very nice post on blister beetles in English can be found at The Marvelous in Nature. Also there: rare pictures of a Triungulin larvae (of a different beetle-species) hitching a ride on a bee!
Foto: Florian Profitlich
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